Der Bossa Nova entstand im Brasilien der Fünfziger Jahre als brasilianische Antwort auf den Jazz.
Im Bossa Nova vermischen sich Elemente der brasilianischen Folklore, vor allem der Samba, mit der Harmonik und der Improvisationsweise des Jazz. Durch Komponisten wie A.C. Jobim, Baden Powell, J. Bosco wurde der Bossa Nova weltbekannt. Unvergesslich scheint Astrud Gilbertos und Stan Getz' Interpretation von "Girl from Ipanema", auch heute noch beliebt sind Dauerbrenner wie "One Note Samba" oder "Corcovado."
Ursprünglich wurde der Bossa Nova nur zur Gitarre gesungen oder sparsam mit Percussion begleitet.
Die große Popularität des Bossa Nova lässt noch immer eine Fülle neuer Arrangement- Ideen erwachsen, die sich zum Teil vollständig von der ursprünglichen Interpretationsweise lösen.
Heute wird Bossa Nova oft mit Schlagzeug gespielt, das verschiedene Percussion- Stimmen in einem Instrument vereint. Daneben gibt es eine Menge Bossa- Remixes, in denen neben Drum-Loops alles zum Klingen kommt, was je für Unterhaltungsmusik programmiert wurde.
In akustischen Ensembles kannst du die klanglichen Aspekte von Beatbox und Schlagzeug sehr gut mit einem Cajón umsetzen. Ganz nebenbei ist es leiser, es klingt percussiver und beansprucht weniger Platz. Du solltest dir aber einige Sounds vom großen Bruder des Cajóns leihen:
Bossa-Rhythmen auf dem Cajón unterscheiden sich von den meisten anderen Cajón- Rhythmen in einem entscheidenden Punkt: Sie sind überwiegend polyrhythmisch organisiert, d.h., jede Hand formt eine eigene, weitgehend unabhängige Stimme. Aus diesem Grund ist die Notation für Bossa-Rhythmen leicht verändert: Alle Noten unterhalb der Notenlinie werden von der rechten, alle Noten oberhalb der Notenlinie werden von der linken Hand gespielt:

Eine weitere Besonderheit beim Bossa entsteht aus der Imitation der Surdo (Samba-Basstrommel) durch das Cajon. Die rechte Hand spielt dabei eine ostinate Bassfigur, die in ihrer einfachsten Spielweise so aussieht:
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Phrasierst du die Bassstimme im Surdo-Stil, werden die ersten beiden Bass-Töne des Taktes durch andrücken einer Ferse erhöht (siehe auch S. 18):
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Da dies in hohem Tempo sehr schwer ist, gibt es noch eine dritte, einfachere Möglichkeit der Phrasierung:

Jeden der nachfolgenden Bossa-Rhythmen kannst du in einer dieser drei Phrasierungen spielen. In einigen Fällen ist das sehr einfach, in anderen erfordert es eine weitgehende Unabhängigkeit von Händen und Füßen.

